Heute vor genau 3 Jahren und 3 Tagen habe ich aus einem Bauchgefühl heraus entschieden, nach 10 Jahren als Lehrperson zu kündigen…und ich kann mir bis heute nicht genau erklären warum…
Bis heute…
Es ist Freitag der 31. Oktober 2025.
Das Datum an sich ist eigentlich schon unheimlich genug, aber die Erkenntnis, die ich an diesem Tag hatte, traf mich komplett unvorbereitet. Es war überwältigend und unheimlich zugleich. Und ich entschied, dass ich mit diesen Worten endlich das machen möchte, wofür ich sie vor genau einem Jahr aufgeschrieben hatte…
Und wenn du jetzt denkst, wie krass ich Entscheidungen treffen kann, dann liegst du damit komplett falsch. Wenn ich etwas wirklich noch – Growth Mindset :) – nicht gut kann, dann ist es Entscheidungen zu treffen und mögen sie noch so klein sein. Aber wir wachsen an unseren Entscheidungen, auch wenn sie noch so falsch sind…
Umso erstaunlicher ist es deshalb auch für mich bis heute, dass ich einfach aus einem Gefühl heraus, eine Entscheidung traf, die, wie sich noch herausstellen sollte, mein komplettes Leben verändern würde.
Du bist immer nur eine Entscheidung entfernt von einem komplett anderen Leben.
Du wirst in diesem Text ab und zu Zitate lesen, weil ich glaube, dass Zitate, die dich mitten ins Herz treffen, die Macht haben, dich zu verändern. Und ich glaube, dass Zitate, die dich wirklich berühren, eine Botschaft für dich bereithalten.
Das gilt eigentlich für alles, was dich berührt. Wenn du spürst, dass etwas mit dir so stark in Resonanz geht, dass du das Gefühl hast, es berührt dein Herz, dann solltest du dem unbedingt nachgehen. Und das gilt übrigens nicht nur für die schönen Dinge, sondern ganz besonders für die Dinge, die dich bedrücken und belasten.
Denn immer, wenn du etwas findest, was dich wirklich berührt, findest du ein Stück – a piece :) – von dir und DAS ist von unschätzbarem Wert.
Und ich spürte, dass die Erkenntnis, die ich an diesem Tag im Wald gefunden hatte, mein Leben verändern wird…
Einige Tage bevor ich zu meiner Erkenntnis kam, machte ich wieder einmal etwas, was ich besonders gerne mache – Bücher bestellen. Bücher kaufen und Bücher lesen, sind übrigens zwei komplett verschiedene Dinge. Und Bücher, die man kauft, muss man deshalb auch noch lange nicht gleich lesen.
Unter den Büchern im Warenkorb landeten dann auch wieder einige Bücher zum Thema Geld.
Und wenn es ein Zitat gibt, welches perfekt in Worte fasst, warum ich mein Geld so gerne in Bücher investiere, dann ist das dieses hier:
„Wenn ich ein Buch lese und einen einzigen Satz mitnehme, der mir Gänsehaut beschert, dann war es das Geld wert, das ich bezahlt habe. Das war schon immer meine Meinung. Denn es ist ja nicht so, dass ich den Satz nur einmal lesen kann. Ich kann ihn sehen, in ihn eintauchen, an ihm wachsen … für immer.“
Und ein Buch oder ein Satz kann mein Leben für immer grundlegend verändern – und das ist unbezahlbar.
Das Zitat stammt von John Strelecky –
Autor des internationalen Bestsellers Das Café am Rande der Welt und der Buchreihe The Big Five for Live
Und Autor von dem Buch, welches alles für immer verändert hat…
Das Zitat ist übrigens das Vorwort aus dem Buch „Rehbellion“, welches ich nicht nur gekauft habe, weil das Vorwort der Autor von meinem Lieblingsbuch geschrieben hat, sondern weil ich im Buchladen per Zufall die Seite 83 aufgeschlagen hatte und den Satz las: „Du musst die richtigen Bücher lesen.“
Ich glaube an Zeichen.
Und ich glaube, dass es für uns alle die richtigen Bücher gibt, die wir einfach gelesen haben müssen. Deshalb wirst du in diesem Text auch immer wieder bewusst und unbewusst von Büchern lesen, die genau zur richtigen Zeit in mein Leben kamen und es für immer verändert haben.
So wie vielleicht dieser Text genau zur richtigen Zeit in dein Leben kommt und vielleicht dein Leben verändern wird.
Wenn du also noch auf ein Zeichen wartest... Voilà: Hier ist es!
Wahrscheinlich willst du jetzt aber endlich wissen, wie alles begann.
Wie kommt man dazu, einfach aus einem Gefühl heraus zu kündigen?
Um es mit den Worten von John Strelecky zu sagen und das Zitat aus dem Vorwort abzuschliessen:
„‚Du wurdest gross geboren, du wurdest klein erzogen‘ ist nur einer von vielen solchen Sätzen in diesem Buch.“
Vielleicht, weil ich in meinem letzten Jahr das Growth Mindset entdeckt habe und endlich einen Namen für meinen Unterrichtsstil gefunden hatte – und gleichzeitig gemerkt habe, dass unser ganzes Schulsystem nicht auf Entwicklung und Wachstum beruht, sondern auf Leistungsdruck und Zerstörung.
Schliesslich müssen die Kinder so schnell wie möglich ins System passen.
Und ich habe mich wie eine Verräterin gefühlt…
Man soll gehen, wenn es am schönsten ist – das hatte ich mir selbst immer versprochen.
In jeder guten Geschichte, passiert der Hauptfigur irgendetwas weltbewegendes, was ihr Leben auf den Kopf stellt.
Leider muss ich dich enttäuschen. Nichts dergleichen ist mir passiert. Zumindest nicht mir selber.
Aber es gab Auslöser.
Nachdem ich auf das Manifest von Holstee stiess und kurze Zeit später im Café am Rande der Welt landete, ist rundherum gefühlt ständig jemand gestorben. Und nein, nicht nur alte Menschen, auch einige in meinem Alter und jünger, so dass ich anfing mich zu fragen, ob ich bereit wäre zu sterben und was wirklich der Sinn vom Leben ist.
Und ich musste feststellen, dass ich meinen Träumen noch Leben schulde...
Wenn du an Beerdigungen stets in der ersten Reihe sitzt, dann macht das etwas mit dir oder es hat zumindest etwas mit mir gemacht. Um ehrlich zu sein, nicht nur etwas, sondern ziemlich viel.
Viele der Menschen, die damals gestorben sind konnten sich ihre Träume und Wünsche, die sie sich aufgehoben – oder aufgeschoben – hatten, nicht mehr erfüllen. Dies erfüllte mich mit einer wahnsinnigen Angst.
Ich habe damals sehr oft an ein Buch gedacht, von dem ich zwar nicht wusste, wer es geschrieben hatte und wie genau der Titel lautete, aber ohne es zu lesen, das Gefühl hatte, genau zu wissen was drinstehen würde.
Inzwischen habe ich „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen – Einsichten, die ihr Leben verändern“ von Bronnie Ware gelesen. Und ich hatte Recht…
Das Buch habe ich übrigens 3 Tage nach meiner Erkenntnis im Wald endlich angefangen zu lesen und es fühlte sich an, als hätte es die ganze Zeit auf mich gewartet…
Zurück zu meiner Entscheidung vor 3 Jahren und 3 Tagen einfach so zu kündigen.
Der Plan – falls es so etwas wie einen Plan überhaupt gab – war es, zu reisen.
Und was für eine Reise ich gemacht habe. Dass es aber sooo eine krasse Reise zu mir selber wird, hätte ich nie gedacht. Und dass ich so viel verlieren werde auch nicht.
Und du kannst dir wahrscheinlich nicht annähernd vorstellen, wie oft ich mich in dieser Zeit selber gefragt habe, warum ich eigentlich gekündigt habe und ob ich es bereue…
Und ich glaube, die ehrlichste Antwort ist Angst.
Angst irgendwann zwar viel Geld zu haben, aber keine Zeit mehr…
Zwar einen Lebenslauf mit keiner einzigen Lücke, aber am Ende vom Leben riesige Lücken im Herzen…
Was ich damit meine?
Ich habe 10 Jahre meinen absoluten Traumberuf gelebt. Ja richtig gelebt, nicht gearbeitet.
Ich war von ganzem Herzen Primarlehrerin und darum ist auch fast meine ganze Lebensenergie in dieser Zeit in meinen Beruf geflossen, weil wenn ich Dinge tue, dann immer zu 200%.
Und deshalb war diese Kündigung auch das Mutigste, was ich in meinem ganzen Leben bis jetzt gemacht habe.
(Ganz dicht gefolgt, diesen Text hier zu veröffentlichen.)
Gratuliert hat aber trotzdem niemand bis heute.
Warum auch? Das ist ja komplett das Gegenteil, was die Gesellschaft von dir erwartet – erst recht so ganz ohne Plan – ziemlich krass…
Und was mich erwarten wird, habe ich so ganz und gar nicht erwartet.
Weil einen Job kündigen ist das Eine – einen Traumberuf aufgeben etwas ganz Anderes…
Und ich spreche jetzt nicht von diesen über 100‘000 Fr. Jahreslohn. Den Preis, den man bezahlt, ist viel grösser.
Ich habe mit der Kündigung auch einen Grossteil meiner Identität aufgegeben.
Und während ich gemerkt habe, dass ich nicht einmal weiss, wer ich wirklich bin und als ob das alleine noch nicht reichen würde, sind umso mehr Fragen aufgetaucht.
Und es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich selber wieder gefunden hatte – und ich frage mich manchmal, ob man sich je wieder selber findet, wenn man sich auf die Reise zu sich selbst begibt…
Mein neues Leben, wird mich mein altes kosten...
Ob ich es bereut habe, dass ich gekündigt habe? Nicht einen einzigen Moment!
Ja ich kann es ehrlich gesagt, selber kaum glauben…
Ob ich Angst habe? Du hast keine Vorstellung…
Aber weisst du, was mir mehr Angst macht? Mein Leben nicht gelebt zu haben.
Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern Angst zu haben und es trotzdem zu machen.
Wir arbeiten und Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Jahre (von unserer Lebenszeit) vergehen – und am Ende ein ganzes Leben…
Und dass obwohl niemand von uns weiss, ob wir den morgigen Tag erleben – DAS finde ich ziemlich krass…
Und das kann und will ich nicht mehr. Für das, ist irgendwie viel zu viel passiert. Das Leben ist zu kurz, um nicht gelebt zu werden, weil man lebt nur einmal. Und wenn man es richtig macht, dann reicht das auch…
Deshalb: Sammle Momente, nicht Sachen – and die with zero.
Don't ever save anything for a special occasion. Being alive is the special occasion.
Darum an dieser Stelle: Aufs Leben!
Falls du noch – und nein hier steht das noch nicht für das Growth Mindset :) – kein Getränk in der Hand hältst, wie ich vermute, wäre dies vielleicht genau jetzt der richtige Augenblick.
Ich habe inzwischen so unfassbar viel über das Leben und auch mich selber gelernt. Ich habe sooo viel durchLEBT und sooo viel erLEBT in dieser Zeit.
Und genau diese Erfahrung(en) möchte ich mir dir teilen, weil ich inzwischen weiss, was ich damals nur spürte, dass das Leben zu kurz für einen Traumberuf an einem Ort ist und es sich immer lohnt, seinem Herzen zu folgen.
Folge der Magie deines Herzens, sie ist die Inspiration deines Lebens...
Was ich an meinem 33. Geburtstag dann auch in die Tat umsetzte.
Denn an meinem 33. Geburtstag – exakt 33 Tage nach meiner Entscheidung zu kündigen – stand für mich bereits fest, dass es ein Jahr voller Schnapsideen wird.
Am 3. Juni 2023 hatte ich dann auch bereits die erste Schnapsidee: Ich kaufte mir einen alten Bus – einen 13jährigen Toyota HiAce – und erfüllte mir damit einen langersehnten Traum.
Kurze Zeit später war dann offiziell mein letzter Arbeitstag und ich weiss noch, als wäre es gestern gewesen, welches Zitat ich in dieser Nacht gepostet habe:
Zu wissen, wann der Zeitpunkt ist, um zu gehen, ist wichtig – in einer Beziehung, auf einer Party, im Job.
Ich habe es dort bereits geahnt…
Denn nach meinem letzten Arbeitstag und dem damit verbundenen Sommerfest, sollte nicht einmal ein Jahr vergehen, bis meine Beziehung in die Brüche gehen würde.
Zwei Tage später hatte ich dann aber bereits meine zweite Schnapsidee.
Ich habe – wie jedes Jahr – einem Freund zu seinem Geburtstag gratuliert. Aber dieses Mal bestand ich darauf, dass wir uns jetzt wirklich einmal treffen müssen.
Wir hatten uns über ein Jahrzehnt nicht gesehen, aber den Kontakt – zumindest an unseren Geburtstagen – stets aufrechterhalten.
Und drei Tage später war es dann so weit. Und dass dieses Treffen speziell wird, war irgendwie klar, aber dass es mein ganzes Leben auf den Kopf stellen wird – und jetzt nicht so, wie du denkst – das habe ich so gar nicht erwartet.
Im September, während den längsten Sommerferien meines Lebens, sass ich am Meer und während ich darüber nachdachte, wie ich mein Leben gestalten möchte, las ich das erste Mal den Begriff Lifestyle Design.
Das Wort faszinierte mich vom ersten Moment an. Die Idee, das eigene Leben nicht einfach nur zu leben, sondern bewusst zu gestalten, gefiel mir richtig richtig gut.
Noch am selben Tag – und noch bevor ich in Gedanken mein zukünftiges Leben weiter gestalten konnte – wollte es der Zufall, dass ich das erste Mal von meinem Freund als Privatköchin für ein Kunstfestival engagierte wurde.
Und ohne es zu wissen, sah ich an diesem Abend beim Anblick des Sonnenuntergangs zum ersten Mal aus der Ferne die Farbe von Glück – obwohl ich noch nicht einmal ahnen konnte, was dieser Auftrag für mich bedeuten würde.
Und kurz vor Mitternacht stellte ich mir die Frage, ob man in einem anderen Leben glücklich werden kann, wenn man noch nicht weiss, ob es das eigene ist.
Hätte ich nur damals schon gewusst, dass es keine Zufälle gibt – sondern dass die Dinge, die für einen bestimmt sind, einem manchmal einfach zufallen.
Trotz meiner riesigen Nervosität nahm ich meinen ersten Auftrag als Privatköchin an. Und was ich komplett aufgeregt als Freiwilligenarbeit für einen Verein annahm, wurde eine richtig gut bezahlte Performance – und erst noch mit Folgeaufträgen.
Aber was sich jetzt hier so leicht und locker flockig erzählen lässt, war damals alles andere als einfach und vor einem Jahr noch hatte ich das Gefühl, dass es von Tag zu Tag schwieriger wird – weil was als Schnapsidee begann, wurde schneller bitter, als du es dir vorstellen kannst.
Nie war ich als Lehrerin in den letzten 10 Jahren so viel krank, wie im Jahr nach meiner Kündigung. Nach jeder Stellvertretung – und war sie noch so kurz – lag ich mindestens zwei Wochen flach.
Meinen 34. Geburtstag habe ich das erste Mal nicht gefeiert. Es gab auch absolut nichts zu feiern. Meine Beziehung war am Boden. Aus purer Angst nahm ich eine Stellvertretung für das neue Jahr an und ich erlebte zum ersten Mal in meinem Leben, wie es sich anfühlt, wenn sich alles um einen herum nur noch dunkel, leer und sinnlos anfühlt.
Und dass, obwohl ich dachte, ich hätte den schlimmsten und schwärzesten November meines Lebens – im Jahr 2018 – bereits hinter mir. Doch ich hatte die Rechnung ohne 2023 gemacht.
Und vielleicht merkst du erst jetzt, dass die kursiv gedruckten Worte irgendwie zusammengehören. Und wenn nicht, dann ist das auch egal. Sie waren Teil einer Rede, die ich vor genau einem Jahr für meinen 35. Geburtstag geschrieben hatte. Spoiler: Ich habe die Rede nie gehalten.
Bis heute…
Aber die Reise habe ich inzwischen gebucht – und deshalb werde ich meinen 36. Geburtstag dieses Jahr in Costa Rica feiern.
Mein 35. Geburtstag war übrigens einer der schönsten. Und ich finde, man sollte seinen Geburtstag immer feiern – schliesslich hat an diesem Tag dein Leben begonnen.
Und mein neues Leben begann definitiv an meinem 33. Geburtstag.
Auch wenn ich mir bis heute nie wirklich erklären konnte, warum ich damals gekündigt hatte.
Bestimmt haben das Manifest von Holstee, das Café am Rande der Welt, das Growth Mindset und all die Erfahrungen – besonders die vielen Todesfälle – dazu beigetragen. Aber tief in mir, wusste ich immer, dass sie nicht die wahren Gründe für die Kündigung waren.
Und so begleitete mich das Warum 3 Jahre und 3 Tage lang – bis zu diesem Tag, als ich die Antwort auf mein Warum im Wald fand.
Während dieser Zeit drehten sich viele meiner Gedanken auch um Geld – vielleicht, weil es so viel über unsere Ängste und Wünsche verrät. Und vielleicht war dies auch der Grund, warum ich immer wieder Bücher zu diesem Thema las – und mir erst vor Kurzem wieder einige Bücher zu diesem Thema bestellte.
Und während ich so durch den Wald streifte, fing ich mich an zu fragen, was wirklich hinter diesem Symbol für mich steckt. Denn genau wie Gefühle uns eigentlich unsere tiefsten Wünsche und Träume verraten, so tun dies auch unsere Gedanken.
Geld als Statussymbol hat mich nie interessiert und wird es vermutlich auch nie tun. Denn einmal abgesehen von meinen vielen Bücher, fühle ich mich sehr dem Minimalismus verbunden. Wenn es aber um die Freiheit geht, die Geld mit sich bringt, sieht die Sache schon ganz anders aus.
Und genau in diesem Moment – mitten im Wald – fügte sich auf einmal alles wie von selbst zusammen. Eine Selbsterkenntnis – so selbstverständlich und still.
Alle meine Entscheidungen, die ich bis zu diesem Tag getroffen hatte – die guten, aber auch die sehr vielen schlechten, waren auf eine Angst zurückzuführen.
Und wenn du einmal ein solches Muster erkennst, dann hast du auf einmal unglaublich viel Macht, weil du plötzlich weisst, was du ändern musst.
Mit der Kündigung machte ich mir selbst eines der grössten Geschenke – dachte ich. Doch ich merkte zu spät, was ich mir damit wirklich geschenkt hatte. Denn das Gefühl der Freiheit würde seinen grössten Gegner mitbringen.
Weil was ich damals noch nicht wusste: Ich würde dieses Geschenk nicht geniessen können.
Denn bereits beim Auspacken kam eine neue Angst zum Vorschein – noch eine Angst, die mich von diesem Tag an, wie ein dunkler Schatten begleiten sollte.
Die Angst, dass mir das Geld ausgeht, bevor ich weiss, was mich glücklich macht und was ich wirklich will.
Es war verrückt. Jetzt hatte ich zwar jede Menge Zeit, aber dafür die Angst plötzlich kein Geld mehr zu haben.
Es war paradox – ein Widerspruch in sich selber.
Drei Jahre und drei Tage hat es gedauert, bis ich erkannte, dass ICH das Rezept für mein Leben, nach dem ich so lange gesucht hatte, selbst bin. Alle Zutaten – mein ganzes Potential – das bin ich selbst.
Ich selbst bin die Privatköchin meines Lebens.
Und diesen Sommer verstand ich bereits, dass es nie darum ging, Primarlehrerin oder Privatköchin zu sein – es geht darum mich selbst zu sein.
Denn es steckt sooo viel Power in dir, wenn du dich selbst bist.
Aber es musste Herbst werden, um wirklich zu spüren, dass ich nicht die Köchin meines Lebens bin.
Ich bin die Alchemistin.
Durch meine Astrologieausbildung Anfang dieses Jahres durfte ich erfahren, dass es sooo viel mehr zwischen Himmel und Erde gibt – ein ganzes Universum – einen ganzen Kosmos in mir.
Wir alle sind der perfekte Sternenabdruck – gemacht aus Sternenstaub und wir dürfen nur in uns hineinschauen, um zu sehen, wie wir leuchten können.
Because I fucking sparkle, that’s why.
Die Astrologie war mein Licht in der Dunkelheit und wird es für immer bleiben…
Und ohne Schatten kein Licht.
Deine grösste Angst kann dein grösster Schatten sein – oder dein grösstes Licht.
Und vielleicht ist es genau sie, die dich zu deinem grössten Glück führt.
Die einzige Frage ist: Springst du?
Angst will dich einfach nur beschützen, aber es sind deine Gedanken, die dich gefangen halten.
Denn du glaubst, du bist deine Gedanken – aber das ist nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist, Gedanken und Glaubenssätze lassen sich ändern – jederzeit – zum Beispiel genau Jetzt!
Und dieser Moment veränderte alles.
Es gibt immer der Moment vor der Erkenntnis und den Moment nach der Erkenntnis. Wenn du einmal eine Erkenntnis hattest, kannst du nie wieder zurück – denn du bist nicht mehr derselbe Mensch.
Und deshalb spürte ich auch von Anfang an sooo stark, dass ich nicht mehr zurückkann.
Doch statt meinem Gefühl zu vertrauen, liess ich mich von meiner Angst leiten.
Wenn du aber anfängst zu vertrauen, merkst du plötzlich wie viele Möglichkeiten es gibt.
Angst zeigt uns immer nur das Worst Case Szenario. Doch für jedes Worst Case Szenario gibt es auch einen Best Case. Und
dazwischen gibt es ziemlich viele weitere Szenarien.
Und manchmal wird aus einem Worst Case plötzlich ein Best Case.
Denn das ist das Magische am Leben. Es ist immer wieder für einen Plot Twist gut.
Doch oft denken wir uns vorher schon alles kaputt.
Und deshalb liegt deine grösste Macht darin, zu vertrauen. Denn in dem Moment, wo du wirklich vertraust, lässt du alles andere los.
Seit diesem Moment im Wald fühle ich mich viel leichter. Es ist, als hätte ich die ganzen schweren Koffer
einfach abgestellt und entschieden, dass ich ab jetzt nur noch mit Rucksack weiterreisen werde.
Mit diesem Gefühl im Gepäck endlich wirklich zu verreisen, ist unbeschreiblich. Und ich freue mich von ganzem Herzen auf die Reise nach Costa Rica
– und dieses Mal werde ich das Geschenk voller Freude auspacken.
Pura Vida!
Und genau aus diesem Gefühl heraus, habe ich diesen Text geschrieben – und beim Schreiben gemerkt, wie glücklich mich das macht…
Auch wenn ich weiss, dass ich NOCH :) nicht am Ziel bin – und es vielleicht auch nie sein werde –, weiss ich inzwischen, dass diese Reise jeden einzelnen Schritt wert ist. Weil sie mich immer mehr zu mir selbst führt.
Ich habe immer gespürt, dass da mehr ist und ich habe mich mit meinem ganzen Mut – und war es manchmal noch so wenig – auf den Weg gemacht, um danach zu suchen.
Und wenn ich mit meiner Geschichte auch nur einer einzigen Person Mut machen kann und zeigen darf, wie sehr es sich lohnt, für sich selbst loszugehen, dann war mir das meine ganze Ehrlichkeit – und all den Mut, den es brauchte, diese persönliche Geschichte zu erzählen – wert.
Denn:
Du bist immer nur eine Entscheidung entfernt von einem komplett anderen Leben.
